11. September 201612:11

Der weite Raum der Zeit - Jeanette Winterson


Titel: Der weite Raum der Zeit
Autor/in: Jeanette Winterson
Seitenanzahl: 228
Verlag: Knaus

Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und lässt seine neugeborene Tochter Perdita wegschaffen. Durch einen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann - Xenos einziger Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer beider Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird. 
Jeanette Winterson spielt souvenär mit Figuren und Handlungen aus Shakespeares Das Wintermärchen und erzählt eine verblüffend moderne Geschichte über rasende Eifersucht, blinden Selbsthass und die tiefe Sehnsucht in uns, die Fehler der Vergangenheit wieder gut zu machen.

Ganz am Anfang des Buches gibt es eine kleine Zusammenfassung von Das Wintermärchen, geschrieben von Shakespeare, was ich sehr begrüßt habe. So hatte ich einen ersten Einblick in die Story und war gespannt, wie diese Erzählung auf moderne Art und Weise geschrieben wurde,
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und an einigen Stellen mit poetischen Sätzen veredelt.
Die Protagonisten wurden gut beschrieben und in ihrem Wesenszügen waren sie ausdrucksstark. Die Dialoge sind direkt und manchmal etwas hart in der Ausdrucksform, was mir sehr gut gefallen hat. Der Zeit entsprechend in einigen Gesellschaften wurden sie aber realistisch dargestellt. 
Leo hat mir im ersten Teil fast die Nerven geraubt. Seine Wahnvorstellungen über den angeblichen Ehebruch seiner Frau und wie er handelte, waren mir unbegreiflich. Leo begeht einen Fehler, der eine Kettenreaktion auslöst und aller Leben verändert.
Die Frage: Was wäre wenn...? und die Sehnsucht alles ungeschehen zu machen, kommt auf.
Es gibt außerdem mehrere Erzählstränge, die alle miteinander verbunden sind, die sich am Schluss zusammenfügen und aufgekommene Fragen beantworten. 
Es gab aber auch einige Handlungen und Szenen, die mich nachdenklich stimmten und die ich zeitweise hinterfragte. 
Der Spannungsfaktor blieb mir dennoch verborgen, bis auf den letzten Seiten, wo ich dem Ende entgegen fieberte. Im Verlauf des Buches war mir dies einfach zu wenig und es fesselte mich nicht.





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